Presseberichte zum Sportforum

19.10.2012

„Ohne Ehrenamt können wir zumachen“
Sportbund-Präsident bei Forum in Nordhorn

Bildquelle: GN

Sportvereine haben immer größere Probleme, Helfer für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen. Was Vereine, Politik und Wirtschaft tun können, um das Ehrenamt zu stärken, darum geht es heute ab 16.30 Uhr beim Forum „Mut zum Ehrenamt im Sport“ im NINO-Hochbau in Nordhorn.

Von Mirko Nordmann - Nordhorn. Einer der Ehrengäste beim Sportforum, das der Kreissportbund Emsland und der Kreissportbund Grafschaft Bentheim veranstalten, ist der Präsident des Landessportbundes Niedersachsen, Wolf-Rüdiger Umbach.

Herr Umbach, malen wir mal schwarz: Wie sähe die niedersächsische Sportlandschaft ohne ehrenamtliche Kräfte aus?

Dann könnte man zumachen. Ohne Ehrenamt würde nichts laufen. Denken Sie nur einmal an die vielen Mannschaften im Jugendbereich – da geht doch gar nichts. Wenn ich sehe, wie viele Leute man braucht, um eine Mannschaft mit Sechsjährigen auf den Platz zu bringen: Da sind zwei Trainer, jede Menge Eltern, Großeltern, die den Kindern beim Umkleiden helfen, die die Kinder wieder nach Hause bringen, die Essen und Trinken mitbringen. Wenn das alles nicht wäre, da fände nichts statt.

Es engagieren sich ja immer weniger Frauen und Männer…

Ja, das ist leider so. Niedersachsen hat in den letzten zehn Jahren 120000 Ehrenamtler verloren. Haben jetzt noch ungefähr 200000. Das sind Vorstände, Übungsleiter, Betreuer und alle möglichen Funktionen, die es sonst noch so gibt. Die, die im Augenblick amtieren, haben ihren Einsatz in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Da stellt sich uns immer die bange Frage: Wie lange macht jemand so etwas? Wenn man dann mal fünf oder zehn Jahre weiter guckt, dann brauchen wir Leute aus dem Bereich der 40- bis 60-Jährigen. Und das ist genau der Bereich, in der die Sportorganisation die meisten Menschen verliert.

Welche Lösungsansätze gibt es denn?

Man muss Menschen finden, die in Projekten mitarbeiten, die beispielsweise über zwei Jahre ein Vereinsjubiläum vorbereiten. Außerdem müssen die Vereine gucken, ob man FSJ’ler, Bundesfreiwilligendienstler oder Nebenberufler auf 400-Euro-Basis bekommen kann. Ein anderer Punkt: Wir haben in Niedersachsen 70 Prozent Einspartenvereine. Muss man da immer selbstständig sein? Oder kann man sich nicht mit einem anderen Verein, der eine andere Sparte betreibt, zusammenlegen? Kann man nicht Dinge gemeinsam machen?

Mit solchen Vorschlägen macht man sich bei den meisten Vereinen wahrscheinlich keine Freunde…

Das weiß ich nicht. Als ich angefangen habe im Landessportbund hatten wir noch 5000 Vereine in Niedersachsen. Jetzt haben wir 9700. Die Zahl der Neugründungen von Kleinstvereinen in den vergangenen Jahren ist exorbitant groß - aus meiner Sicht viel zu groß. Viele Leute denken, Kooperieren ist vom Übel. Ich sage, Kooperieren wird für viele die Lösung sein.

Wo kann der Landessportbund auch über die Kreissportbünde Hilfestellung für ehrenamtlich Aktive geben?

Wir haben ein sehr, sehr umfassendes Ausbildungsprogramm. Gerade auch im Emsland gibt es in Sögel eine wunderbare Ausbildungsstätte, wo sehr viel stattfindet. Spezialkurse für Kassenwarte, für Vereinsvorsitzende, für Jugendwarte, für Übungsleiter. Außerdem funktioniert Ehrenamt am besten da, wo auch ein starkes Hauptamt dahinter steht. Nehmen wir mal den Kreissportbund Emsland oder den Kreissportbund Grafschaft Bentheim. Da gibt es einen starken Geschäftsführer. Da hat dann auch der Vorsitzende ein leichteres Amtieren, als wenn es den nicht gibt und er muss alles selber machen.

Quelle: Grafschafter Nachrichten vom 19.10.2012


05.10.2012

KSB fordert „Mut zum Ehrenamt“
Großes Sportforum am 19. Oktober in Nordhorn mit Schünemann und Umbach

Bildquelle: GN
Der Innenminister Uwe Schünemann (Foto rechts) und der Präsident des Landessportbundes Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach (Foto links)

Die Teilnehmer des Sportforums wollen Lösungen erarbeiten, wie freiwilliges Engagement sowohl von Politik und Wirtschaft als auch von Sportvereinen und -verbänden gefördert werden kann.

gn Nordhorn. Der Kreissportbund Grafschaft Bentheim veranstaltet am Freitag, 19. Oktober, zusammen mit dem Kreissportbund des Emslandes ein Sportforum mit dem Titel „Mut zum Ehrenamt im Sport“. Diese Veranstaltung im Nordhorner NINO-Forum ist Teil einer landesweiten Eventreihe zum Thema Engagement im Sport, die durch den Landessportbund und dem niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport veranstaltet wird.

Die Stärkung des Ehrenamtes ist nach Angaben der Organisatoren ein besonderes Anliegen. Der Innenminister Uwe Schünemann (Foto links) und der Präsident des Landessportbundes Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach (Foto rechts) nehmen als Gesprächspartner an der Veranstaltung in Nordhorn teil. Das Sportforum soll dazu dienen, die Zukunft des Ehrenamts aus den Blickwinkeln Politik, Wirtschaft und Sport zu beleuchten und gleichzeitig neue Impulse zur Stärkung des Ehrenamtes zu setzen. Interessante Vorträge, Diskussionen und ein Markt der Möglichkeiten bieten unterschiedliche Informationsplattformen für alle Forumsgäste.

Das Nordhorner Sportforum beginnt am 19. Oktober um 16.30 Uhr. Eingeladen sind Interessierte aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sport; Anmeldungern nimmt der KSB bis zum 11. Oktober entgegen. Informationen sind im Internet unter www.ksbbentheim.de zu finden.

Quelle: Grafschafter Nachrichten vom 05.10.2012


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